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Herbarium anlegen mit Kindern - so gelingt die Pflanzensammlung

Petra Maurer 18. September 2026
Getrocknete gelbe Blüten und Blätter sind auf den Seiten eines Buches arrangiert, um ein Herbarium anzulegen.

Inhaltsverzeichnis

Ein Herbarium anzulegen klingt zunächst nach einer Bastelaufgabe, wird aber schnell zu einer kleinen Forschungsreise durch die heimische Pflanzenwelt. Ich zeige, wie Kinder geeignete Pflanzen auswählen, sie in kurzer Zeit sauber pressen, verständlich beschriften und dauerhaft aufbewahren. Dabei geht es auch darum, was beim Sammeln in Deutschland erlaubt ist und wie sich das Projekt sinnvoll in den Sachunterricht einbinden lässt.

So gelingt eine haltbare Pflanzensammlung

  • Nur kleine Mengen sammeln und geschützte Pflanzen stehen lassen.
  • Pflanzen möglichst am trockenen Tag sammeln und noch am selben Tag einlegen.
  • Zwischen saugfähigem Papier brauchen die Belege meist 7 bis 14 Tage zum Trocknen.
  • Jedes Blatt mit Name, Fundort und Datum versehen.
  • Für Kinder sind Blätter, Gräser und kleine Blüten besonders gut geeignet.

Warum ein Herbarium im Sachunterricht mehr ist als Basteln

Eine gepresste Pflanze macht sichtbar, was im Unterricht sonst schnell abstrakt bleibt. Kinder vergleichen Blattformen, Blütenaufbau, Stängel und Früchte und lernen, genau hinzusehen. Gleichzeitig üben sie wichtige Arbeitsschritte wie Beobachten, Ordnen, Dokumentieren und vorsichtiges Arbeiten.

Ich finde besonders gelungen, dass jedes Kind dabei ein eigenes Tempo entwickeln kann. Ein einfacher Blatttyp reicht für den Einstieg, während ältere Schülerinnen und Schüler zusätzlich die Pflanzenfamilie oder den wissenschaftlichen Namen recherchieren. So lässt sich dieselbe Aufgabe leicht an die Klassenstufe anpassen.

Ein Herbarium ist eine Sammlung getrockneter und gepresster Pflanzen oder Pflanzenteile. Für die Grundschule muss es nicht wissenschaftlichen Sammlungen entsprechen. Entscheidend ist, dass die Pflanzen gut erkennbar bleiben und die wichtigsten Funddaten zuverlässig notiert werden.

Welche Pflanzen sich eignen und was beim Sammeln erlaubt ist

Für das erste Projekt empfehle ich robuste, häufige Arten wie Ahornblätter, Gänseblümchen, Löwenzahn, Gräser, Klee oder kleine Zweige. Sie sind leicht zu finden und zeigen unterschiedliche Formen. Sehr dicke, saftige Pflanzen, große Blütenköpfe und Früchte trocknen dagegen langsamer und schimmeln eher.

Gesammelt wird am besten an einem trockenen Vormittag, nachdem der Tau verschwunden ist. Eine kleine Papiertüte oder ein Umschlag schützt die Pflanzen bis zum Einlegen besser als eine verschlossene Plastiktüte. Im Notizbuch sollten Kinder sofort den Fundort, das Datum und den Lebensraum festhalten, etwa „Wiese neben dem Schulhof“ oder „Waldrand im Schatten“.

In Deutschland gilt für wild lebende Pflanzen die sogenannte Handstraußregel. Kleine Mengen für den persönlichen Bedarf dürfen an Stellen gesammelt werden, an denen kein Betretungsverbot gilt, sofern die Pflanzen nicht besonders geschützt sind. Für ein Schulprojekt bedeutet das praktisch: wenige Exemplare pfleglich entnehmen, keine Bestände beschädigen, Schutzgebiete und private Grundstücke beachten und bei Unsicherheit auf gekaufte oder selbst angepflanzte Pflanzen ausweichen.

Geschützte Arten gehören nicht in eine Kinder-Sammlung. Auch unbekannte Pflanzen mit reizendem Pflanzensaft oder giftige Arten lasse ich von Kindern nicht anfassen. Eine Fotografie oder Zeichnung ist dann die bessere Lösung und kann sogar zum Anlass für eine zusätzliche Bestimmungsaufgabe werden.

Mit Papier und Druck richtig pressen

Zum Pressen braucht man keine teure Ausrüstung. Bewährt haben sich saugfähiges Papier, alte Zeitungen, zwei feste Kartonstücke und schwere Bücher. Wer regelmäßig arbeitet, kann eine Pflanzenpresse aus Holzplatten und Schrauben verwenden. Für ein einzelnes Klassenprojekt genügt meist die Buchmethode.

Die einfache Methode für zu Hause oder die Schule

  1. Die Pflanze vorsichtig von Erde und überschüssiger Feuchtigkeit befreien.
  2. Blätter und Blüten so auslegen, dass möglichst viele Merkmale sichtbar sind.
  3. Die Pflanze zwischen saugfähiges Papier legen. Nichts sollte stark übereinanderliegen.
  4. Das Papier zwischen Karton legen und mit mehreren schweren Büchern beschweren.
  5. Das Papier nach etwa 24 Stunden und danach alle ein bis zwei Tage kontrollieren.
  6. Nach ungefähr 7 bis 14 Tagen prüfen, ob der Beleg vollständig trocken ist.

Der häufigste Fehler ist zu viel Druck am Anfang. Eine zerquetschte Blüte lässt sich später kaum noch bestimmen. Ich ordne deshalb zuerst den Stängel, richte einzelne Blätter aus und lege bei empfindlichen Blüten ein dünnes Stück Papier darüber, bevor Gewicht daraufkommt.

Das saugfähige Papier darf gewechselt werden, solange die Pflanze noch Feuchtigkeit abgibt. Bleibt nasses Papier tagelang liegen, entsteht schnell Schimmel. Wird die Pflanze hingegen zu früh herausgenommen, fühlt sie sich oft noch biegsam an und kann später wieder Feuchtigkeit aufnehmen.

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Was bei dicken Pflanzenteilen anders ist

Dicke Stängel, Zwiebeln und fleischige Blätter sind für Anfänger schwierig. Bei einem Löwenzahn kann es helfen, den Stängel längs leicht zu teilen oder nur Blüte und Blätter zu verwenden. Bei sehr saftigen Pflanzen ist es oft sinnvoller, eine Zeichnung oder ein Foto neben den gepressten Pflanzenteil zu setzen.

Jeder Beleg braucht einen verständlichen Steckbrief

Ein schönes Blatt allein erzählt noch wenig. Erst die Beschriftung macht daraus ein brauchbares Lernmaterial. Auf jede Pflanzenseite gehören mindestens deutscher Name, Fundort, Datum und Name der sammelnden Person.

Für größere Kinder können weitere Angaben dazukommen. Dazu zählen der Lebensraum, die Blütenfarbe, die Wuchshöhe und bei sicherer Bestimmung der wissenschaftliche Name. Die Beschriftung sollte lesbar am unteren Rand stehen und nicht direkt auf der Pflanze kleben.

Angabe Beispiel Warum sie wichtig ist
Deutscher Name Gänseblümchen Erster Zugang zur Pflanze
Wissenschaftlicher Name Bellis perennis Eindeutige Bestimmung
Fundort Wiese am Schulhof Zeigt, wo die Pflanze wächst
Funddatum 12. Mai 2026 Ordnet die Beobachtung zeitlich ein
Lebensraum Sonnige Wiese Verbindet Pflanze und Standort

Bei der Bestimmung sollten Kinder nicht einfach den erstbesten Namen aus einer App übernehmen. Ein Foto kann durch Licht, Entwicklungsstand oder einen ungünstigen Blickwinkel täuschen. Besser ist es, zwei oder drei Merkmale zu vergleichen, etwa Blattrand, Blütenform und Wuchsrichtung.

Welche Variante für das Projekt am besten passt

Ein Herbarium kann sehr unterschiedlich aussehen. Die passende Form hängt davon ab, ob der Schwerpunkt auf Pflanzenkenntnis, Gestaltung oder Dokumentation liegt. In der Grundschule bewährt sich eine überschaubare Sammlung mit etwa 8 bis 12 Pflanzen. Das ist genug für Vergleiche, aber nicht so viel, dass die Beschriftung zur lästigen Zusatzarbeit wird.

Variante Stärke Grenze Geeignet für
Einzelne A4-Blätter im Ordner Übersichtlich und leicht zu ergänzen Blätter können herausfallen Klassenprojekte
Gebundenes Pflanzenalbum Persönlich und schön gestaltbar Spätere Änderungen sind schwierig Einzelarbeiten
Klassenherbarium Viele Lebensräume und Pflanzen im Vergleich Einheitliche Regeln sind nötig Gemeinsamer Sachunterricht
Digital ergänzte Sammlung Fotos, Tonaufnahmen und Zeichnungen möglich Das Original muss trotzdem trocken bleiben Präsentationen und Recherche

Meine bevorzugte Lösung ist ein Ordner mit einem Beleg pro A4-Seite. So können Kinder die Pflanzen nach Blütenfarbe, Fundort oder Jahreszeit sortieren. Zusätzlich lassen sich kleine Zeichnungen, ein Foto der Pflanze am Standort oder ein Satz zur Beobachtung ergänzen, ohne das gepresste Stück zu überladen.

So bleibt die Sammlung lange schön

Die fertigen Pflanzen sollten erst aufgeklebt werden, wenn sie wirklich trocken sind. Kleine Papierstreifen oder wenige Punkte aus säurefreiem Klebemittel halten meist besser als flüssiger Bastelkleber, der Papier wellen kann. Besonders empfindliche Blüten lassen sich auch mit schmalen Papierlaschen befestigen.

Gelagert wird das Herbarium trocken, dunkel und möglichst flach. Direkte Sonne bleicht viele Pflanzen aus, Feuchtigkeit begünstigt Schimmel und häufiges Anfassen macht fragile Blätter brüchig. Ein Ordner in einem trockenen Schrank ist für den Schulgebrauch völlig ausreichend.

Ein gelegentlicher Kontrollblick lohnt sich, besonders nach dem ersten Winter. Riecht eine Seite muffig oder zeigt sie Flecken, sollte der Beleg sofort aus dem Ordner genommen und vollständig nachgetrocknet werden. So lässt sich oft verhindern, dass sich das Problem auf weitere Seiten ausbreitet.

Vom gesammelten Blatt zur eigenen Pflanzenkenntnis

Ein gutes Herbarium entsteht nicht durch möglichst viele Pflanzen, sondern durch sorgfältiges Beobachten. Kinder sollten lieber sechs gut dokumentierte Arten sammeln als zwanzig schlecht beschriftete Blätter, deren Herkunft niemand mehr kennt.

Für eine besonders runde Unterrichtseinheit kann jede Gruppe einen anderen Lebensraum untersuchen, etwa Schulhof, Wiese, Hecke oder Waldrand. Beim anschließenden Vergleich wird sichtbar, dass Pflanzen nicht zufällig wachsen. Genau darin liegt für mich der größte Gewinn dieses Projekts: Aus einem gepressten Blatt wird eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Form, Standort, Jahreszeit und Lebensweise.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Für den Einstieg eignen sich robuste, häufige Arten wie Ahornblätter, Gänseblümchen, Löwenzahn, Gräser, Klee und kleine Zweige. Sehr dicke, saftige Pflanzen, große Blütenköpfe und Früchte trocknen langsamer und schimmeln leichter. Geschützte, giftige oder unbekannte Pflanzen sollten Kinder nicht sammeln oder anfassen.

Nach der Handstraußregel dürfen kleine Mengen wild lebender Pflanzen für den persönlichen Bedarf gesammelt werden, wenn kein Betretungsverbot gilt und die Pflanzen nicht besonders geschützt sind. Für ein Schulprojekt sollten nur wenige Exemplare pfleglich entnommen, Schutzgebiete und private Grundstücke beachtet und bei Unsicherheit gekaufte oder selbst angepflanzte Pflanzen verwendet werden.

Die Pflanzen werden zwischen saugfähigem Papier und Karton gelegt und mit schweren Büchern beschwert. Das Papier sollte nach etwa 24 Stunden und anschließend alle ein bis zwei Tage kontrolliert werden. Meist dauert das Trocknen 7 bis 14 Tage, bis der Beleg vollständig trocken und nicht mehr biegsam ist.

Mindestens der deutsche Name, Fundort, Funddatum und Name der sammelnden Person gehören auf jede Pflanzenseite. Für ältere Kinder können Lebensraum, Blütenfarbe, Wuchshöhe und bei sicherer Bestimmung der wissenschaftliche Name ergänzt werden. Die Angaben sollten lesbar am unteren Rand stehen und nicht direkt auf die Pflanze geklebt werden.

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Autor Petra Maurer
Petra Maurer
Ich heiße Petra Maurer und blicke auf neun Jahre Erfahrung in der Grundschule sowie in der Erziehung und Lernförderung zurück. Mein Interesse an diesen Themen begann früh, als ich selbst die Herausforderungen und Freuden des Lernens erlebte. Es begeistert mich, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie für ihren Bildungsweg benötigen. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich insbesondere mit effektiven Lernmethoden, der Förderung von sozialen Kompetenzen und der Gestaltung einer positiven Lernumgebung. Ich lege großen Wert darauf, Informationen klar und nachvollziehbar aufzubereiten, um komplexe Themen verständlich zu machen. Dabei überprüfe ich stets meine Quellen und vergleiche verschiedene Ansätze, um sicherzustellen, dass die Leserinnen und Leser stets aktuelle und nützliche Informationen erhalten. Mein Ziel ist es, Eltern und Lehrern zu helfen, die besten Strategien zur Unterstützung von Kindern zu finden und somit deren Lernfreude zu steigern.

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