Ein Leporello ist ein kleines Faltbuch, das sich wie eine Ziehharmonika auseinanderziehen lässt und sich mit Kindern besonders leicht gestalten lässt. Ich zeige, welche Materialien wirklich nötig sind, wie die Faltung Schritt für Schritt gelingt und welche Ideen sich für Grundschule, Familie und kleine Geschenke eignen. Dazu kommen praktische Maße, typische Fehler und Tipps für ein stabiles Ergebnis.
Die wichtigsten Entscheidungen auf einen Blick
- Material: Papier oder Tonpapier, Schere, Klebstoff, Lineal und Stifte reichen aus.
- Zeit: Für ein einfaches Faltbuch sollten Sie etwa 20 bis 30 Minuten einplanen.
- Faltung: Gleich große Felder und sauber nachgezogene Falzkanten machen den größten Unterschied.
- Einsatz: Das Leporello eignet sich als Bilderbuch, Lernhilfe, Kalender, Reisetagebuch oder Geschenk.
- Für Kinder: Jüngere Kinder falten am besten vorgezeichnete Linien, während ältere eigene Seitenaufteilungen entwickeln können.
Leporello basteln mit Kindern gelingt mit wenig Material
Für die einfache Variante brauche ich nur einen Papierstreifen, eine Schere, ein Lineal und Kleber. Wer das Faltbuch mit Kindern gestaltet, kann zusätzlich Buntstifte, Wachsmaler, Sticker, Stempel oder kleine Papierreste bereitlegen. Der Materialaufwand bleibt meist bei 1 bis 3 Euro, wenn Papier und Bastelzubehör bereits vorhanden sind.
Ein normales Kopierpapier mit 80 g/m² lässt sich leicht falten, ist aber weniger stabil. Für ein haltbares Ergebnis empfehle ich Tonpapier mit etwa 120 bis 160 g/m². Sehr dicker Karton sieht zwar robust aus, lässt sich von Kindern jedoch schwerer sauber knicken.
| Material | Wofür es gebraucht wird |
|---|---|
| Papier oder Tonpapier | Grundlage des Faltbuchs |
| Lineal und Bleistift | gleich große Faltfelder markieren |
| Schere | Papier zuschneiden oder Formen ausschneiden |
| Klebestift | zusätzliche Streifen und Bilder befestigen |
| Stifte und Dekoration | Seiten gestalten und beschriften |
Für ein kleines Faltbuch mit vier Feldern genügt ein längs halbiertes A4-Blatt mit ungefähr 29,7 x 10,5 cm. Soll es mehr Seiten bekommen, verbinde ich zwei gleich breite Streifen an den Enden. So entstehen acht oder mehr Felder, ohne dass das Papier unhandlich wird.

So entsteht das Faltbuch Schritt für Schritt
Ich beginne mit einem langen Papierstreifen und markiere die späteren Seiten möglichst exakt. Bei vier Feldern setze ich die Linien bei ungefähr 7,4 cm, 14,8 cm und 22,3 cm. Kleine Abweichungen sind beim Basteln mit Kindern kein Problem, große Unterschiede führen jedoch dazu, dass sich das Buch schief zusammenlegt.
- Papier zuschneiden: Schneiden Sie ein A4-Blatt längs in zwei Hälften oder verwenden Sie einen bereits passenden Streifen.
- Faltlinien markieren: Zeichnen Sie die Abstände mit Bleistift und Lineal leicht vor.
- Erste Richtung falten: Knicken Sie das Papier an der ersten Linie nach vorne und streichen Sie die Kante glatt.
- Abwechselnd weiterfalten: Die nächste Falte zeigt nach hinten, die darauf folgende wieder nach vorne. Dadurch entsteht der Ziehharmonika-Effekt.
- Falze nachziehen: Drücken Sie jede Kante mit dem Fingernagel oder der stumpfen Seite eines Lineals nach.
- Streifen verbinden: Bei mehreren Papierstreifen kleben Sie nur die schmalen Endflächen zusammen und lassen den Falz frei beweglich.
- Seiten gestalten: Beschriften, bemalen oder bekleben Sie die Seiten erst, wenn die Faltung geprüft ist.
Ein hilfreicher Test ist, das Buch zunächst leer zusammenzulegen. Lässt es sich flach zu einem kleinen Stapel schließen und wieder auseinanderziehen, stimmt die Faltung. Ich falte bei Kindern lieber langsam und deutlich vor, denn zu starkes Reißen an einer Falzkante ist der häufigste Grund für beschädigte Seiten.
Welche Gestaltungsideen für Schule und Zuhause funktionieren
Die Form eignet sich besonders gut für Inhalte, die eine Reihenfolge oder eine Entwicklung zeigen. In der Grundschule kann jede Seite einen Buchstaben, eine Zahl, eine Jahreszeit oder einen Abschnitt einer Geschichte darstellen. Dadurch wird aus einer Bastelarbeit gleichzeitig eine kleine Lernhilfe zum Anfassen.
Ein eigenes Bilderbuch
Jedes Feld bekommt eine Szene, einen kurzen Satz oder eine Figur. Für jüngere Kinder reichen Zeichnungen und einzelne Wörter, während ältere Kinder eine fortlaufende Geschichte mit Anfang, Mitte und Ende entwickeln können. Die schmale Seitenform hilft dabei, den Inhalt übersichtlich zu halten.
Ein Lernleporello
Für Sachunterricht, Deutsch oder Mathematik lassen sich sechs bis acht Lernschritte darstellen. Geeignet sind zum Beispiel der Lebenszyklus eines Schmetterlings, die Entwicklung einer Pflanze oder Rechenstrategien. Ich würde pro Seite nur eine zentrale Information verwenden, damit das Faltbuch nicht zu einem überfüllten Merkblatt wird.
Ein Erinnerungsbuch
Fotos, Eintrittskarten, kleine Zeichnungen und kurze Texte machen aus dem Papierstreifen ein persönliches Reise- oder Jahresbuch. Wichtig ist, schwere Dekoration sparsam einzusetzen. Zu viele Fotos oder dicke Materialien verhindern, dass sich das Leporello noch sauber schließen lässt.
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Ein kleines Geschenk
Ein Faltbuch mit Familienbildern, Komplimenten oder gemeinsamen Erinnerungen wirkt persönlicher als eine gekaufte Karte. Für den Umschlag klebe ich zwei Stücke Tonkarton auf die äußeren Seiten. Das verstärkt die Vorder- und Rückseite und schützt die Papierkanten.
Faltung, Papier und Kleber richtig auswählen
Nicht jedes Papier eignet sich für jeden Zweck. Für eine schnelle Aktivität mit einer Schulklasse ist Kopierpapier praktisch, weil es günstig und leicht zu schneiden ist. Für ein Geschenk oder ein länger verwendetes Lernbuch nehme ich lieber farbiges Tonpapier und verstärke den Umschlag.
| Variante | Vorteil | Grenze | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Kopierpapier | leicht zu falten und günstig | reißt schneller | erste Versuche und Arbeitsblätter |
| Tonpapier | stabil und farbenfroh | etwas schwerer zu falten | Schulprojekte und Geschenke |
| Aquarellpapier | nimmt Wasserfarben gut auf | dicker und teurer | künstlerische Arbeiten |
| Kartonumschlag | schützt die Seiten | macht das Buch schwerer | stabile Erinnerungsbücher |
Beim Kleben nutze ich für Papier einen Klebestift und für die Verbindung zweier Streifen möglichst wenig Kleber. Flüssigkleber kann das Papier wellig machen. Wenn eine Klebestelle besonders belastbar sein muss, lasse ich sie mindestens fünf Minuten trocknen, bevor ich weiterfalte.
Diese Fehler lassen sich leicht vermeiden
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Dekorieren, sondern bei der Vorbereitung. Werden die Seiten unterschiedlich breit, zieht sich das Buch beim Schließen schief. Deshalb lohnt es sich, die Maße vor dem Falten zu markieren, auch wenn das Projekt eigentlich unkompliziert wirkt.
- Unklare Faltkanten: Linien zuerst leicht vorzeichnen und danach kräftig nachziehen.
- Falsche Falt-Richtung: Immer abwechselnd nach vorne und hinten falten.
- Zu viel Kleber: Eine dünne Schicht reicht, besonders an den Verbindungsstellen.
- Zu schwere Dekoration: Dicke Knöpfe, viele Fotos oder mehrere Kartons können die Seiten verziehen.
- Zu viel Text: Ein kurzer Satz oder wenige Stichwörter wirken auf kleinen Seiten besser als lange Absätze.
Bei Kindern unter sechs Jahren sollte eine erwachsene Person das Schneiden und das genaue Anzeichnen übernehmen. Die Kinder können trotzdem den größten Teil der Gestaltung selbst machen. Für mich ist das der sinnvollste Kompromiss zwischen eigenständigem Arbeiten und einem frustfreien Ergebnis.
Auch die Reihenfolge spielt eine Rolle. Wer zuerst malt und danach faltet, kann wichtige Motive über eine Knickkante laufen lassen. Besser ist es, zunächst ein leeres Musterbuch zu falten, die Seiten zu nummerieren und erst danach die Motive zu verteilen.
Ein Faltbuch, das nach dem Basteln weiterlebt
Ein gelungenes Leporello muss nicht perfekt symmetrisch sein. Entscheidend ist, dass es sich öffnen, schließen und inhaltlich lesen lässt. Gerade kleine Unregelmäßigkeiten zeigen, dass Kinder wirklich selbst gearbeitet haben.
Ich empfehle, die fertigen Bücher kurz zu präsentieren. Jedes Kind kann eine Seite erklären oder das Faltbuch einmal vollständig auffächern. So wird aus einer einfachen Papierarbeit ein sichtbares Ergebnis, das Gestaltung, Sprache und Lernen miteinander verbindet.
Für den Alltag bewährt sich ein schmaler Papierstreifen mit vier bis sechs Feldern. Er ist schnell hergestellt, übersichtlich und stabil genug für Zeichnungen, kurze Texte und kleine Lerninhalte. Wer mehr Platz braucht, verbindet zwei Streifen oder ergänzt einen festen Umschlag, ohne die Grundidee unnötig kompliziert zu machen.
