Farbkreis nach Itten für die Grundschule einfach erklärt

Petra Maurer • 14. Oktober 2026
Der Farbkreis nach Itten zeigt, wie Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Beim Mischen von Farben entsteht schnell ein Braun, obwohl eigentlich ein leuchtendes Grün oder Violett geplant war. Der Farbkreis nach Itten hilft dabei, Farbbeziehungen sichtbar zu machen, Mischungen besser zu verstehen und kreative Arbeiten in der Grundschule gezielt zu planen. Ich zeige, wie das Modell aufgebaut ist, welche Farben zusammengehören und wie sich daraus einfache Bastel- und Kunstideen entwickeln lassen.

Die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick

  • 12 Farben bilden den klassischen Farbkreis nach Johannes Itten.
  • Rot, Gelb und Blau gelten im Schulmodell als Primärfarben.
  • Aus jeweils zwei Primärfarben entstehen Orange, Grün und Violett.
  • Gegenüberliegende Farben heißen Komplementärfarben und erzeugen starke Kontraste.
  • Für Kinder ist das Modell besonders hilfreich, weil es Farben sichtbar ordnet und zum Experimentieren einlädt.

Was der Farbkreis nach Itten zeigt

Johannes Itten entwickelte den Farbkreis als anschauliches Modell für die Beziehungen zwischen Farben. Im klassischen Schulmodell sind zwölf Farbfelder kreisförmig angeordnet. Die Reihenfolge zeigt, welche Farbtöne einander nahestehen, aus welchen Mischungen sie entstehen und welche Farben sich besonders stark gegenüberstehen.

Für den Kunstunterricht ist das Modell deshalb so praktisch, weil Kinder nicht nur Farbnamen lernen. Sie beobachten, dass sich eine Farbe durch kleine Veränderungen deutlich wandelt. Genau diese Verbindung aus Regel, Beobachtung und eigenem Ausprobieren macht den Farbkreis für Bastelprojekte besonders wertvoll.

Die drei Farbordnungen

Farbgruppe Farben Entstehung
Primärfarben Rot, Gelb, Blau Sie gelten in diesem Modell als Grundfarben.
Sekundärfarben Orange, Grün, Violett Sie entstehen aus der Mischung von jeweils zwei Primärfarben.
Tertiärfarben Rotorange, Gelborange, Gelbgrün, Blaugrün, Blauviolett, Rotviolett Sie entstehen aus einer Primärfarbe und einer benachbarten Sekundärfarbe.

Die Bezeichnungen sind im Unterricht wichtiger als eine perfekte Farbmessung. Je nach verwendeten Farbtönen, Mengenverhältnissen und Farbqualität können die Ergebnisse unterschiedlich aussehen. Ich empfehle deshalb, Kindern nicht zu vermitteln, dass jede Mischung immer exakt gleich aussehen muss. Der Weg zur Farbe ist Teil des Lernens.

Die zwölf Farben verständlich geordnet

Im inneren Aufbau stehen die drei Primärfarben meist mit gleichem Abstand zueinander. Zwischen ihnen liegen die Sekundärfarben, die aus jeweils zwei Grundfarben gemischt werden. Die sechs Tertiärfarben füllen die Zwischenräume und machen den Übergang zwischen den kräftigen Hauptfarben sichtbar.

Farbe Mischung oder Beziehung Praktische Beobachtung
Orange Rot und Gelb Mehr Gelb macht den Ton heller und sonniger, mehr Rot wärmer und kräftiger.
Grün Gelb und Blau Gelbgrün wirkt frisch, ein hoher Blauanteil eher kühl und ruhig.
Violett Rot und Blau Rot erzeugt ein wärmeres Violett, Blau ein kühleres und dunkleres.
Rotorange bis Gelborange Rot oder Gelb mit Orange Diese Töne eignen sich gut für Herbstbilder, Feuer und warme Flächen.
Gelbgrün bis Blaugrün Gelb oder Blau mit Grün Sie erinnern an Blätter, Wiesen, Wasser und Frühlingsmotive.
Blauviolett bis Rotviolett Blau oder Rot mit Violett Die Mischungen wirken oft geheimnisvoll, ruhig oder festlich.

Beim Mischen rate ich zu kleinen Portionen. Ein Pinsel voller dunkler Farbe kann einen hellen Farbklecks sofort verändern. Besser ist es, zunächst eine helle Grundfarbe anzulegen und die zweite Farbe tropfenweise einzuarbeiten. So bleiben die Unterschiede gut sichtbar.

Komplementärfarben machen Bilder lebendig

Farben, die sich im Kreis genau gegenüberliegen, nennt man Komplementärfarben. Im Modell sind das Gelb und Violett, Rot und Grün sowie Blau und Orange. Nebeneinander wirken sie besonders kontrastreich und ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Für Kinder lässt sich dieser Effekt leicht beobachten. Ein orangefarbener Kreis auf blauem Papier wirkt deutlich kräftiger als derselbe Kreis auf gelbem Papier. Beim Malen mit Komplementärfarben sollte ich allerdings darauf achten, nicht alle Flächen gleich stark zu gestalten. Ein Kontrast braucht Ruheflächen, sonst wirkt das Bild schnell unruhig.

Geeignete Kombinationen für Kunstprojekte

  • Gelb und Violett passen zu Sonnenmotiven, Fantasiebildern und kräftigen Blumen.
  • Rot und Grün eignen sich für Blätter, Früchte und weihnachtliche Bastelarbeiten.
  • Blau und Orange schaffen eine spannende Verbindung aus Himmel, Wasser, Feuer oder Herbstlaub.
  • Benachbarte Farben wie Gelb, Gelborange und Orange wirken harmonischer und weniger hart.

Nicht jede Farbharmonie lässt sich rein rechnerisch bestimmen. Papiersorte, Licht, Deckkraft und die Größe einer Farbfläche beeinflussen den Eindruck. Deshalb lasse ich Kinder Farbkarten anlegen, bevor sie ein größeres Bild beginnen. Das spart Material und führt oft zu überraschend guten Entscheidungen.

So lässt sich der Farbkreis in der Grundschule umsetzen

Für einen einfachen Farbkreis brauche ich nur einen Pappteller oder ein rundes Blatt, Bleistift, Lineal, Pinsel, Wasser und Farben in Rot, Gelb und Blau. Mit Deckfarben, Temperafarben oder Acrylfarben funktioniert die Übung gut. Für jüngere Kinder sind ungiftige, wasserlösliche Farben und größere Pinsel am angenehmsten.

Anleitung in fünf Schritten

  1. Den Kreis in zwölf gleich große Felder teilen.
  2. Rot, Gelb und Blau mit gleichem Abstand eintragen.
  3. Zwischen jeweils zwei Grundfarben die Sekundärfarbe mischen.
  4. Die übrigen Felder mit den sechs Tertiärfarben füllen.
  5. Jedes Farbfeld beschriften und daneben kleine Mischproben aufbewahren.

Für eine Schulstunde von etwa 45 Minuten reicht meist ein vereinfachter Farbkreis mit den sechs Hauptfarben. Ein vollständiger Kreis mit zwölf Farbtönen braucht eher 60 bis 90 Minuten, besonders wenn die Kinder sauber mischen und beschriften sollen.

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Drei einfache Bastelideen

  • Farbkreis-Blume: Jedes Blütenblatt erhält einen anderen Farbton. Die Kinder erkennen dabei die Reihenfolge und gestalten gleichzeitig ein dekoratives Fensterbild.
  • Komplementär-Schmetterling: Flügel werden mit zwei gegenüberliegenden Farben gestaltet. Das macht den Farbkontrast sofort sichtbar.
  • Farbkreis-Collage: Statt zu malen, werden farbige Papierschnipsel sortiert und aufgeklebt. Diese Variante eignet sich gut, wenn mehrere Kinder sehr unterschiedliche motorische Fähigkeiten haben.

Ich finde besonders die Collage hilfreich, weil sie den Blick auf Farbbeziehungen lenkt und nicht auf perfekte Pinseltechnik. Gleichzeitig lässt sich daran besprechen, warum ein bestimmtes Grün neben Gelb anders wirkt als neben Rot. Das Gespräch über die Wirkung ist pädagogisch oft ergiebiger als das fertige Bastelergebnis.

Typische Fehler beim Arbeiten mit dem Farbkreis

Der häufigste Fehler ist die Annahme, dass Rot, Gelb und Blau in jeder Farbkiste automatisch ideale Grundfarben sind. Manche Schulfarben enthalten bereits andere Pigmente und führen deshalb zu einem eher matten Grün oder Violett. Das ist kein Scheitern, sondern eine gute Gelegenheit, über Farbqualität und Mischverhältnisse zu sprechen.

  • Zu viel Wasser macht Deckfarben blass und lässt die Felder fleckig wirken.
  • Zu viele Farben auf dem Pinsel verschmutzen die Mischung und erzeugen schnell Braun oder Grau.
  • Schwarz als Verdunkler kann Farben stumpf machen. Für erste Übungen ist es besser, mit der Komplementärfarbe oder einem dunkleren Farbton zu experimentieren.
  • Unsaubere Pinsel verändern jede neue Mischung. Ein Wasserglas zum Ausspülen und ein Tuch zum Abstreifen helfen spürbar.
  • Der Farbkreis ist kein Naturgesetz. Er beschreibt ein bestimmtes Modell für Körperfarben, nicht sämtliche Systeme von Licht, Druck oder digitaler Darstellung.

Gerade der letzte Punkt wird oft übergangen. Auf einem Bildschirm arbeiten wir mit Lichtfarben wie Rot, Grün und Blau, während beim Malen Pigmente miteinander vermischt werden. Für den Kunstunterricht bleibt Ittens Modell trotzdem sehr nützlich, weil es anschaulich, handlungsorientiert und leicht nachvollziehbar ist.

Mit dem Farbkreis sicherer zu eigenen Farbideen finden

Der Farbkreis nach Johannes Itten ist am stärksten, wenn er nicht als Auswendiglernstoff behandelt wird. Ich würde ihn als Werkzeug nutzen, mit dem Kinder Mischungen prüfen, Kontraste entdecken und eigene Entscheidungen begründen können.

Für ein gelungenes Projekt genügen oft drei Grundfarben, ein klarer Auftrag und genügend Zeit zum Beobachten. Wer zusätzlich kleine Farbproben sammelt, erkennt schnell, welche Kombinationen harmonisch wirken und wo ein Kontrast bewusst eingesetzt werden soll.

So wird aus einem einfachen Kreis mehr als eine Farbübung. Er hilft Kindern, genauer hinzusehen, Sprache für ihre Wahrnehmung zu entwickeln und mutiger mit Farbe zu gestalten.

Häufig gestellte Fragen

Er umfasst drei Primärfarben, drei Sekundärfarben und sechs Tertiärfarben. Rot, Gelb und Blau gelten als Primärfarben. Aus je zwei Primärfarben entstehen Orange, Grün und Violett; die Tertiärfarben entstehen aus einer Primärfarbe und einer benachbarten Sekundärfarbe.

Gegenüberliegende Farben sind Gelb und Violett, Rot und Grün sowie Blau und Orange. Nebeneinander wirken sie besonders kontrastreich. Ruheflächen helfen dabei, dass ein Bild trotz der kräftigen Farben nicht unruhig wirkt.

Benötigt werden ein Pappteller oder rundes Blatt, Bleistift, Lineal, Pinsel, Wasser sowie Rot, Gelb und Blau. Der Kreis wird in zwölf Felder geteilt, anschließend werden Primär-, Sekundär- und Tertiärfarben eingetragen und beschriftet. Für einen vereinfachten Farbkreis mit sechs Hauptfarben reichen meist 45 Minuten, für die vollständige Variante sollten 60 bis 90 Minuten eingeplant werden.

Zu viele Farben auf dem Pinsel, unsaubere Pinsel oder ungeeignete Pigmente können Mischungen matt oder bräunlich machen. Auch die verwendeten Schulfarben sind nicht immer ideale Primärfarben. Kleine Portionen, eine helle Grundfarbe und das tropfenweise Einarbeiten der zweiten Farbe machen die Ergebnisse besser beobachtbar.

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Autor Petra Maurer
Petra Maurer
Ich heiße Petra Maurer und blicke auf neun Jahre Erfahrung in der Grundschule sowie in der Erziehung und Lernförderung zurück. Mein Interesse an diesen Themen begann früh, als ich selbst die Herausforderungen und Freuden des Lernens erlebte. Es begeistert mich, Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie für ihren Bildungsweg benötigen. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich insbesondere mit effektiven Lernmethoden, der Förderung von sozialen Kompetenzen und der Gestaltung einer positiven Lernumgebung. Ich lege großen Wert darauf, Informationen klar und nachvollziehbar aufzubereiten, um komplexe Themen verständlich zu machen. Dabei überprüfe ich stets meine Quellen und vergleiche verschiedene Ansätze, um sicherzustellen, dass die Leserinnen und Leser stets aktuelle und nützliche Informationen erhalten. Mein Ziel ist es, Eltern und Lehrern zu helfen, die besten Strategien zur Unterstützung von Kindern zu finden und somit deren Lernfreude zu steigern.

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